Experten erwarten weiteren Anstieg der Neudiagnosen
29.10.2009: Hamburger Kongress zur Zukunft der HIV/AIDS-Prävention
Hamburg führt vom 28.-29. Oktober 2009 im Vorfeld des Welt-AIDS-Tages einen Kongress mit dem Titel ‚Die Zukunft der HIV/AIDS/STD-Prävention’ durch. Dabei sind u.a. neue Wege in der Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen gefragt
Beim Kongress „Die Zukunft der HIV/AIDS/STD-Prävention in Hamburg“ referierten anerkannte Experten über wichtige Erkenntnisse, die zukünftig auch in der AIDS-Prävention in der Hansestadt berücksichtigt werden sollen. „Wir wollen unsere Position im Kampf gegen die Krankheit AIDS erweitern und diskutieren“, so Gesundheitssenator Dietrich Wersich zu den Zielen. „Bereits der erste Tag hat gezeigt, dass der Kongress eine gute Gelegenheit zum Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse und Erfahrungen ist und uns auch in Hamburg mit Anregungen weiter hilft.“ Auf dem folgenden Senatsempfang am 29.10.2009 will der Senat den vielen engagierten Menschen im Hamburger AIDS-Hilfesystem seinen Dank aussprechen für ihre erfolgreiche Arbeit.
In einer verbesserten Erfassung von Erstdiagnosen, wie auch im Anstieg sexuell übertragbarer Erkrankungen, die eine HIV-Infektion wahrscheinlicher machen, liegen nach Ansicht von Dr. Ulrich Marcus, Robert Koch-Institut (RKI), Gründe für den Anstieg der HIV-Fallzahlen. In seinem Vortrag zur „Epidemiologischen Entwicklung in Bezug auf HIV/AIDS und STDs in Deutschland und Hamburg“ stellte er die Situation und Entwicklungstendenzen bei HIV-Infektionen und anderen sexuell übertragbaren Infektionen dar. Entsprechend dieser Erkenntnisse empfiehlt er, das Screening auf HIV/AIDS und sexuell übertragbare Infektionen im Rahmen der HIV-Versorgung insbesondere für schwule und bisexuelle Männer zu intensivieren und es für Prostituierte oder Migranten aus Regionen mit besonders vielen HIV-Infizierten weiter auszubauen.
Einen großen Erfolg der HIV/AIDS-Prävention für Männer die Sex mit Männern (MSM) haben, wenngleich Präventionsbotschaften für schwule Männer weiter ausdifferenziert werden müssen, sieht Axel J. Schmidt vom RKI. Es hätten sich aber keine Hinweise für eine zunehmende „Sorglosigkeit“, „Präventions-“ oder „Kondommüdigkeit“ bei MSM ergeben.
„Fast jede dritte Person, die in Deutschland neu mit HIV diagnostiziert wird, ist Migrantin oder Migrant.“ Zu dieser Erkenntnis kam Dr. Hella von Unger, vom Wissenschaftszentrum Berlin (WZB), in ihrem anschließenden Vortrag „HIV/AIDS/STD-Prävention bei Migrantinnen/Migranten aus Hochprävalenzländern“ (Länder in denen HIV gehäuft auftritt). Um die Prävention zu verbessern, bedarf es nach ihrer Einschätzung einer noch besseren Zusammenarbeit, z.B. in Form von Kooperationen, mehr ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter/innen mit Migrationshintergrund und einer verbesserte Vernetzung und Zusammenarbeit mit Vereinen, Einrichtungen und Schlüsselpersonen in den Communities.
HIV-Prävention sollte angesichts der oft vielschichtigen Problem- und Bedürfnislagen von Migrant/innen mit erhöhten HIV-Risiken zudem in ein breiteres Konzept der Gesundheitsförderung eingebettet werden.
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"Die Paten" - eine Initiative, die Hamburger Gruppen, Initiativen und Vereine unterstützt.
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